Information vor Originalität

2016-07-09

... denn Originalität zählt höchstens beim ersten bis dritten Besuch

Wenn Grafiker Hand anlegen, spielt Text eine untergeordnete Rolle. Diese Erfahrung habe ich als Konzeptioner/Texter bei meiner Arbeit in und für Werbeagenturen in Frankfurt am Main gemacht. Die Grafiker von heute sind Webdesigner und unterscheiden sich in puncto Kommunikationsqualität oft nicht von ihren älteren Kollegen. Natürlich kann ich verstehen, dass Auftraggeber besonders originell auftreten wollen, um sich abzuheben. Aber wenn der potentielle Kunde nichts erfährt, nützt Originalität nichts.
Wem diese Einstellung nicht gefällt, sollte David Ogilvy lesen, der heute noch als Guru der Werbung gilt. Auch bei Claude C. Hopkins, auf den sich Fachleute beziehen, zählt das Ergebnis. Und es gibt keinen Grund, die Gesetze der Werbung nicht im Internet zu beachten.

Bevor es jedoch um die Gestaltung geht, sollten die Hausaufgaben gemacht sein. Um die soll es sich hier drehen.

Viewport
Mit der Etablierung der aktuellen Version (5) der Formatierungssprache HTML bietet sich ein einfacher Header an, der im Zusammenspiel mit den Formatangaben eine bessere - weil lesbarere - Darstellung auf unterschiedlichen Bildschirmgrößen bietet.

title
Wenn man Favoriten-Links setzt, erlebt man immer wieder Nichtssagendes wie Home, Willkommen oder einen Domainnamen. Das heißt, die Funktion des title der Startseite und der folgenden Seiten wurde missachtet. Und wenn der title bei allen Seiten der selbe ist, hat man in den Trefferseiten der Suchmaschinen das Nachsehen.
Arbeitet eine Website mit einer Datenbank, kann man den title on-the-fly generieren, indem ein spezielles Datenfeld oder die Headline einer Seite für den title verwendet wird.

URL
Die sogenannte URL einer Seite besteht aus dem Domainnamen und einer Seitenbezeichnung. Gut wenn es nicht die Datensatznummer, sondern ein informativer Text ist (www.domainname.de/Kontakt-und-Impressum). Auf hierfür kan man die Datenbank nutzen und das Servermodul rewrite.

style
Die Trennung von Inhalt und Form ist eigentlich heute selbstverständlich. Die Formatierungsanweisungen können in einer separaten Datei stehen oder im Header der Seite/n. Bei vielen HTML-Seiten ist eine externe style.css natürlich obligatorisch, weil Formatierungsänderungen nur an einer Stelle vorgenommen werden müssen.

favicon.ico
Diese Micrografik wird mit der URL gezeigt. Sie ist hilfreich, wenn Bookmarks/Favoriten gesetzt werden. Vor allem bei Tablets und Smartphones kommen sie zur Geltung. Als Alternative zur herkömmlichen, kleinen favicon-Grafik können die von Apple eingeführten größeren Touch Icons eingesetzt werden, die auf dem Smartphone viel besser aussehen. Im Netz gibt es Seiten, auf denen man favicons und Touch Icons online erstellen kann.

RWD Responsives Web Design
Wenn man möglichst viele Menschen mit seiner Homepage erreichen will, muss man seine Website heute auf alle Bildschirmen optimal aussehen lassen, ohne dass man sie mit Fingerakrobatik lesbar machen muss (je nach Thema und Zielgruppe dürfte der Anteil der Smartphone-Besuche zwischen 25-40% liegen).
Mit alternativen styles oder einem speziellem Aufbau läßt sich diese Forderung leicht erfüllen. Wenn die Inhalte aus der Datenbank kommen, ist doppelte Arbeit nicht nötig.
Bei Bildern und Grafiken muss man allerdings zweigleisig fahren. Für kleine Bildschirme sollten die Abbildungen nicht durch Größenangabe verkleinert werden, sondern durch Verkleinerungen in der Bildbearbeitung. Denn viele Smartphone-Besitzer haben ein begrenztes Highspeed-Volumen für ihre Internet-Flatrate.
Sinnvoll ist eine Seitengestaltung mit Vorschaubildern auch für große Bildschirme. Die Vorschaubilder sollten dann für die Smartphone-Displays eingesetzt werden.

Schnell startende und gut lesbare Sites sind eminent wichtig. Internetuser sind bequem, warten und bleiben nicht lange.

Magersucht
Immer mehr Wedesigner/Grafiker benutzen magere Schriften, die es schon immer gab - für Überschriften und Grafik. Heute bleiben die Gestalter ihrer Zunft treu und verwenden magere Schriften auch für Fließtext und degradieren diesen zur Graufläche. Dafür kann mann nur Verständnis haben, wenn man davon ausgeht, dass Gestalter keine Texte lesen.

Statistik
Damit man sehen kann, was Gestalter verzapft haben, ist eine Statistik nötig. Es muss nicht die schnüffelnde Google Analytic sein, ein Seitenzähler tut es auch, denn so genau muss man es nicht wissen. Aber die Verteilung von PC- und Mobil-Besuchern ist interessant. Dass ca. 50% aller Besucher Bots, also Suchmaschinen, sind, sollte nicht schocken.

Browser-Check
Eine gute style-Datei setzt zuerst mal alle Formate auf 0/none. Dann werden bestimmte Browser mit ihren speziellen Daten versorgt; und schließlich kommen die Vorgaben für das gewünschte Design. Trotzdem kann es nicht schaden, sich sein Baby in Internet Explorer, Firefox, Chrome, Safari und Opera anzusehen. Alle anderen Browser kann man wohl oder übel vergessen.



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